Der Fuchs und die kleine Fee, Kapitel 9 – Der Fuchs am Anfang

Zu Beginn seiner Suche läuft der Fuchs ziellos durch den Wald. Viele Fragen und Erinnerungen tauchen in ihm auf, und seine Verwirrung über das, was mit ihm geschieht, wird immer größer. Trotzdem fühlt er, dass er sich verändert hat. Ein Gefühl von Wärme umgibt ihn und er ahnt, dass es ein Zauberkleid ist, das beginnt, um ihn zu wachsen. Weil er nicht auf seinen Weg achtet, stürzt er in einen Felsspalt, der sich unter ihm auftut. Er folgt dem Tunnel, der vor ihm liegt und zum ersten Mal seit er ein Kind war, begegnet er der Angst. Im Gegensatz zu früher tut er nicht so, als würde er sie nicht kennen, sondern lässt sich auf ein Gespräch mit ihr ein.  Er erkennt, dass er sie dadurch besänftigen kann, und sie sich schließlich auflöst. Auf seinem weiteren Weg kommt er in einen Raum, dessen Boden mit Wasser bedeckt ist. Hier wartet die Wut auf ihn, die ihm von allen Wänden entgegenschallt. Er versucht zunächst, sie zu bekämpfen, doch dann fällt ihm ein, wie es ihm gelungen ist, mit der Angst umzugehen. Er spricht auch mit der Wut, und wieder erfährt er, dass sie einfach nur angesehen werden will, bevor sie verschwindet.

Wir spalten unsere Gefühle auf und lernen, schizophren zu handeln

Menschen, die für eine kriegerische Welt erzogen werden, müssen schon sehr früh lernen, ihre Gefühle in erwünscht und unerwünscht aufzuspalten. Angst und Wut sind völlig natürliche Schutzreaktionen unseres Gehirns auf Gefahrensituationen. Mitgefühl und Liebe sind völlig natürliche Instinkte, die das Überleben des Nachwuchses sichern. Aber im Kampf gegen Feinde müssen die Menschen sich im Grunde völlig schizophren verhalten: Angst ist schlecht im Kampf gegen Feinde, aber gut zur Selbstverteidigung und zum Schutz des Nachwuchses. Wut ist schlecht, wenn sie sich gegen Vorgesetzte richtet, aber gut, wenn sie gegen den Feind geht. Mitgefühl und Liebe sind gut, wenn man sich um die eigenen Kranken und Schwachen kümmert, aber schlecht, wenn es um Feinde geht.

Krieger und Heiler gehen unterschiedliche Wege

Menschen, die es schaffen, ihre Gefühle zu kontrollieren, werden sich eher zum Krieger entwickeln, Menschen, die ihre Gefühle nicht so gut unterdrücken können, werden eher zum Heiler werden. Natürlich sind in einer Kriegsgesellschaft die Krieger besser angesehen. Entsprechend groß ist ihre Angst, sich mit ihren Gefühlen zu verbinden, denn in ihren Augen ist das mit einem Verlust ihrer Vorrangstellung verbunden. Aber wie bereits mehrfach ausgeführt, verändert sich unsere Gesellschaft.

Das Ziel ist eine friedliche Gesellschaft

In einer Friedensgesellschaft muss die alte Spaltung in Krieger und Heiler aufgelöst werden. So wie die Feen lernen müssen, sich im Außen zu bewähren, müssen die Füchse lernen, sich mit ihren Gefühlen zu verbinden. Die Helden unserer Zeit werden diejenigen Männer und Frauen sein, die es wagen, hinunterzusteigen in die Tiefen des menschlichen Bewusstseins und die alte Kriegerseele zu befreien.